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PAIN 2020 – Chronischen Schmerzen den Kampf ansagen

Kopf- und Nackenschmerzen

Foto: pixabay

Das dreijährige Forschungsprojekt PAIN2020 hat sich zum Ziel gesetzt, zu handeln, bevor Schmerzen chronisch werden. Wissenschaftler wollen dabei untersuchen, wie Patienten vor einer Chronifizierung ihrer Schmerzen bewahrt werden können. Das Projekt startete im Oktober 2018 auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim. Bereits nach sechs Wochen anhaltender Schmerzen können die Wissenschaftler und Ärzte erkennen, wie die optimale Therapie des Patienten aussehen soll.

Das Identifizieren der Patienten mit hohem Chronifizierungsrisiko erfolgt durch eine Reihe von Kriterien: Dazu zählen Schmerzen über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen oder wiederkehrender Schmerz trotz einer fachspezifischen Behandlung. Schmerz, der die Lebensqualität stark einschränkt oder eine andauernde oder sich wiederholende Arbeitsunfähigkeit können Indizien für eine sich anbahnende chronische Schmerzerkrankung sein.

„Aufzeigen wollen wir, ob eine neue Versorgungsform helfen kann, die Qualität und Effizienz der Schmerzbehandlung zu verbessern“, erklärt Professor Dr. med. Martin Schmelz, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft.

Im Zentrum steht die umfassende Untersuchung der Betroffenen in Form einer interdisziplinären multimodalen Bewertung durch ein Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten. Sie empfehlen gemeinsam auf Basis ihrer jeweiligen Befunde eine auf den Patienten zugeschnittene Therapie. Das Team informiert und berät die Patienten, welche Therapie beim Hausarzt, beim Facharzt, ambulant, stationär oder in einer Tagesklinik sinnvoll wäre. Dabei werden körperliche, psychologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Zwei neu entwickelte ambulante Behandlungsmodule werden dabei zur üblichen Therapie ergänzt.

Beim Therapiemodul „Edukation (E-IMST)“ handelt es sich um eine einmalige Schulung: Der Patient erhält in einer drei Stunden dauernden Gruppenschulung Basisinformationen zu Ursachen und Formen sowie zur Bewältigung von Schmerzen. Er wird über die Bedeutung von Eigenverantwortung in der Anwendung schmerzreduzierender Strategien aufgeklärt.

Das Therapiemodul „Begleitende Therapie (B-IMST)“ ist berufsbegleitend mit 32 Stunden, verteilt über zehn Wochen, umfangreicher. In Gruppen von acht Patienten werden die Teilnehmer ebenfalls über die Erkrankung und die Methoden der Schmerzbewältigung informiert sowie dabei unterstützt, selbstverantwortlich mit körperlichen und psychischen Bedürfnissen umzugehen und Strategien im Umgang mit Schmerzen und anderen Belastungen zu entwickeln.

„Durch Aufklärung und aktive Unterstützung in Bezug auf schmerzreduzierende Strategien wollen wir den Patienten darin bestärken, als ‚Handelnder‘ mit der Erkrankung umzugehen. Wer versteht, welche individuellen und äußeren Einflussfaktoren den Schmerz prägen, kann das Schmerzgeschehen eigenverantwortlich beeinflussen“, sagt Professor Dr. med. Carla Nau, Kongresspräsidentin des Deutschen Schmerzkongresses 2018 und Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Das Projekt werde zeigen, ob die interdisziplinär-multimodale Diagnostik chronische Schmerzen vermeiden hilftund daher regulär bereits frühzeitig vor Beginn einer Chronifizierung angeboten werden sollte.

Weitere Informationen: www.dgss.org

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