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Mehr Schutz vor Krankenhauskeimen

In Berlin sind seit 2011 mindestens 151 Menschen an den Folgen von Krankenhauskeimen gestorben. Dies sind etwa 10 Prozent der bis April 2016 von Krankenhäusern gemeldeten Infektionen durch Bakterien der Art Staphylococcus aureus.
Diese Bakterien können gegen das Antibiotikum Methicillin und die meisten anderen Antibiotika resistent werden.
Der Berliner Senat rechnet in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme der Infektionen in Krankenhäusern.

Um diese Gefahr einzudämmen, sind strengere Hygienregeln in Krankenhäusern dringend erforderlich. Nach den Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) birgt die langärmlige Berufskleidung eine große Gefahr für die Ansteckung.

Über die langen Ärmel könnten Keime leicht von einem zum anderen Patienten befördert werden. Ärmelmanschetten streifen manchmal Wunden oder infiziertes Material und können nicht wie die Hände sofort desinfiziert werden. Auch werden die Kittel in der Praxis nicht so oft gewechselt, wie es notwendig wäre.

In Deutschland gibt es noch keine festen Vorschriften. Jedes Krankenhaus entscheidet selbst, wie die Berufskleidung aussieht. In Operationssälen und auf Intensivstationen ist kurzärmlige Kleidung zwar längst Standard, auf den Stationen ist aber weiterhin der langärmlige Ärztekittel üblich.
In England und den Niederlanden dagegen sind sie aus Hygienegründen schon länger im gesamten Klinikbereich verboten.

Ein Vorreiter in Deutschland ist der Klinikkonzern Asklepios. In seinen rund 100 Einrichtungen deutschlandweit kleidet er Ärzte und Pflegepersonal seit April 2016 neu ein. Der klassische langärmlige Arztkittel wird dabei ausgemustert und durch Kurzarmbekleidung, dem so genannter Kasack ersetzt.

a/m
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